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Feuerwerke der Natur

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«Wir können BP nicht trauen» – Yahoo! Nachrichten Deutschland

«Wir können BP nicht trauen»

Grand Isle/USA (apn) Seit einem Monat wurde es befürchtet, jetzt ist es Wirklichkeit geworden: Zäher, schmieriger Ölschlick verklebt die Marschen im Mississippi-Delta. Mit jedem Tag, an dem das Leck im Golf von Mexiko nicht gestopft werden kann, wachsen bei den Bürger Zorn und Empörung auf den Ölmulti BP, aber auch auf die US-Regierung. Im schlimmsten Fall sprudelt noch bis Anfang August Öl aus dem beschädigten Bohrloch auf dem Grund des Golfs von Mexiko, wie der für die Bekämpfung des Öllecks zuständige BP-Manager Doug Suttles erklärte. Diesen Artikel weiter lesen

«Wir können BP nicht trauen» ...

Bis dahin soll eine zweite Bohrung fertig sein und das unkontrollierte Ausströmen des Öls beenden, wie Suttles am Freitag in der CBS «Early Show» erklärte. Im besten Fall gelinge es schon am Sonntag oder Montag das Leck zu stoppen, wenn schwerer Schlamm in das Bohrloch gepumpt werde. Der Ölmanager zeigte sich auch zuversichtlich, dass sich der Golf von Mexiko wieder ganz von dieser Katastrophe erholen wird.

Davon sind die Gebiet an der Küste Louisianas im Moment noch weit entfernt. «Dort in der Marsch ist alles tot», berichtet Billy Nungesser, der Gemeindevorsteher von Plaquemines Parish in Louisiana, nach einer Besichtigung. Bisher waren nur Teerklumpen und Ölschlieren angelandet. Doch jetzt dringt stinkende Schmiere in die empfindlichen Ökosysteme mit ihrer artenreichen Tierwelt ein. «Das zerreißt einem das Herz», seufzt die Umweltschützerin Emily Guidry beim Anblick des verklebten Schilfs. «Ich glaub es nicht.»

Landes- und Kommunalbehörden werfen der Bundesregierung vor, sie unternehme zu wenig. Präsident Barack Obama kritisiert die Aufsichtsbehörde für Offshore-Bohrungen. Die oppositionellen Republikaner finden, Obamas Regierung und die Küstenwache hätten mehr tun müssen. Am Pranger steht auch BP: Nicht allein wegen der Explosion auf der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April, die elf Arbeiter das Leben kostete, sondern weil es erst vor wenigen Tagen gelang, einen Teil des ausströmenden Öls aufzufangen.

Ölschwaden auf Video

Live übertragene Videoaufnahmen von der Unglücksstelle, die BP auf Druck der Politik ins Netz stellte, dürften den Zorn noch anheizen. Sie zeigen, dass neben dem Absaugrohr immer noch mächtige Öl- und Gasschwaden entweichen. Die Website des Parlamentsausschusses, auf der die Aufnahmen zu sehen sind, brach unter dem Ansturm von Neugierigen prompt zusammen.

Mindestens 23 Millionen Liter Öl sind seit dem Unglück ausgetreten. Immer mehr Wissenschaftler vermuten indes, dass es tatsächlich viel mehr ist. Die in das Leck eingeführte Absaugvorrichtung fängt nach Angaben eines BP-Sprechers täglich 800.000 Liter auf. Das entspricht genau der Menge, die sich nach bisherigen Schätzungen des Unternehmens und der Küstenwache insgesamt ins Meer ergießt. Wie viel neben dem Saugrohr noch austritt, wollte der Sprecher nicht sagen.

Auch die Meeresschutzbehörde NOAA wollte keine Vermutungen anstellen und lässt ein Expertenteam eine neue Schätzung erarbeiten. «Ich glaube, wir begreifen jetzt allmählich, dass wir BP nicht trauen können», sagt der demokratische Abgeordnete Edward Markey. «BP hat alle Glaubwürdigkeit verloren. … Es ist klar, das sie die tatsächlichen Folgen des Unglücks verschleiert haben.»

© 2010 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten – All Rights Reserved

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Thailands Regierungschef will Versöhnung – Yahoo! Nachrichten Deutschland

Thailands Regierungschef will Versöhnung

vor 11 Min.

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Bangkok (dpa) – Zwei Tage nach der Militäroffensive gegen Regierungsgegner in Bangkok setzt der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva auf Versöhnung. Diesen Artikel weiter lesen

Thailands Regierungschef will Versöhnung ...

Sämtliche Vorgänge seit Beginn der teils blutigen Proteste Mitte März einschließlich der Rolle der Sicherheitskräfte würden unabhängig untersucht und transparent gemacht, sagte Abhisit am Freitag in einer Fernsehansprache. Er bezeichnete die jüngste Gewalt als «eine der schlimmsten Episoden, die Thailand je erlebt hat.»

Unterdessen wurde in der ausgebrannten Ruine des Central-World- Einkaufszentrums ein schrecklicher Fund gemacht: Nach Medienberichten wurden dort am Freitag zehn Leichen entdeckt. Frustrierte Rothemden hatten das Gebäude am Mittwoch aus Protest gegen die Militäraktion in Brand gesteckt. Es war ausgebrannt und eingestürzt. Die Feuerwehr machte keine Angaben über die Todesursache. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der jüngsten Unruhen vor einer Woche liegt jetzt bei über 60. Mehr als 100 Rothemden sind unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen worden. Ein Gericht lehnte Kautionsanträge ab, berichtete die Zeitung «Nation».

Polizei und Armee fanden bei den Aufräumarbeiten in dem geräumten Lager der Demonstranten nach eigenen Angaben jede Menge Waffen, darunter Granaten und Maschinengewehre. Im Four Seasons Hotel seien mit Sprengstoff versehene Gaskanister gefunden worden, berichtete die «Bangkok Post» unter Berufung auf einen Militärsprecher.

Abhisit sagte, die Regierung werde Pläne vorlegen, um Demokratie und Gerechtigkeit unter Beteiligung aller Gesellschaftsschichten sicherzustellen. Er machte aber keine Angaben zu etwaigen Neuwahlen, wie die Rothemden sie gefordert hatten. «Es liegen riesige Herausforderungen vor uns, besonders die Überwindung der tiefen Gräben, die sich in unserem Land aufgetan haben.»

Nach wochenlangen Protesten mit der Besetzung eines wichtigen Geschäftsviertels war die Armee am Mittwoch gegen die Demonstranten vorgerückt. Die Anführer der oppositionellen Rothemden ergaben sich. Enttäuschte Rothemden zogen daraufhin randalierend durch die Straßen und setzten mindestens 35 Gebäude in Brand

Aus Sorge vor weiteren Ausschreitungen hielten die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre aufrecht. Die Aufräumarbeiten gingen weiter. Das seit Ostern besetzte Ratchaprasong-Geschäftsviertel war für die Öffentlichkeit noch geschlossen. Die deutsche Botschaft wollte am Montag ihre Pforten wieder für den Publikumsverkehr öffnen.

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Polizist hält Bohrmaschine für Waffe und erschießt Brasilianer – Yahoo! Nachrichten Deutschland

Rio de Janeiro (afp) – Die vermeintliche Ähnlichkeit einer Handbohrmaschine mit einer Maschinenpistole ist einem Mann in Brasilien zum Verhängnis geworden: Die Polizei in Rio de Janeiro erschoss den auf seinem Balkon heimwerkenden Mann, weil sie das Werkzeug für eine Waffe hielt, wie brasilianische Medien am Donnerstag (Ortszeit) berichteten. Diesen Artikel weiter lesen

Bohrmaschine mit Maschinenpistole verwechselt ...

Bohrmaschine mit Maschinenpistole verwechselt (Bild: Getty Images)

“Das wäre komisch, wenn sie dächten, dass ich mit einer Waffe hantieren würde”, waren demnach die letzten Worte, die das Opfer an seine in der Wohnung stehende Frau richtete. Nur wenig später traf den Filialleiter eines Supermarktes tatsächlich eine Polizeikugel und durchbohrte seinen Arm und seine Lunge.

Der Polizist, der mit seinen Kollegen auf der Sucher nach Drogenhändlern in der dichtbesiedelten Gegend der brasilianischen Millionenmetropole war, muss sich nun wegen Totschlags verantworten. Die Behörden versprachen der Witwe des Mannes eine Entschädigung. In Rio de Janeiro kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen bewaffneten Drogenbanden und Polizisten, dabei kommen jährlich hunderte Menschen ums Leben.

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NASA: Ein Stern verschlingt seinen Planeten – Yahoo! Nachrichten Deutschland

NASA: Ein Stern verschlingt seinen Planeten

Gestern, 17:46 Uhr

Washington (dpa) – Ein Stern verspeist gerade den heißesten bekannten Planeten unserer Galaxie. «Der Planet hat vielleicht noch weitere zehn Millionen Jahre vor sich, bevor er komplett verschlungen ist», berichtete das Space Telescope Science Institute in Baltimore (US-Staat Maryland) am Donnerstag.

NASA: Ein Stern verschlingt seinen Planeten ...

Die Forscher hatten das Schauspiel mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops entdeckt.

Der Planet WASP-12b befindet sich nach Instituts-Angaben so nah an seinem Stern, dass er ihn in nur 1,1 Tagen umkreise. Er sei bereits rund 1500 Grad Celsius heiß und in die Länge gezogen. Die Atmosphäre habe schon fast den dreifachen Radius von Jupiter erreicht.

«Wir sehen eine riesige Materie-Wolke um den Planeten herum, die gerade entweicht und bald vom Stern eingefangen sein wird», sagte Teamleiterin Carole Haswell von der Open University von Großbritannien. Auf dem Exoplaneten gebe es Chemikalien, die noch nie zuvor bei einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt worden seien.

Der Stern namens WASP-12 befindet sich rund 600 Lichtjahre von uns entfernt im

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Kirgisistan: Viele Tote bei blutigen Unruhen

Kirgisistan: Opposition verkündet “Volksregierung”

08.04.10

Opposition übernimmt die Regierung

Nach dem blutigen Machtkampf mit Dutzenden Toten in der zentralasiatischen Republik Kirgisistan hat die Opposition die Hauptstadt Bischkek unter ihre Kontrolle gebracht. Parlament, Regierungssitz, Polizei und Medien sowie der Flughafen würden nun von den Gegnern des autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew geführt. Das meldete die kirgisische Agentur Akipress.

Die Opposition hatte den Sturz der Führung in Bischkek verkündet und eine Übergangsregierung unter Leitung der früheren Außenministerin Rosa Otunbajewa gebildet. Bakijew soll auf der Flucht sein und sich im Süden des Landes in Osch aufhalten.

Nach Angaben der Opposition stabilisiert sich die Lage. Oppositionsführer Omurbek Tekebajew sprach im Fernsehen erneut von etwa 100 Toten bei den Unruhen am Mittwoch in Bischkek. Das Gesundheitsministerium bestätigte am Donnerstagmorgen zunächst 65 Todesfälle. Insgesamt seien bei den gewaltsamen Ausschreitungen im Norden der Ex-Sowjetrepublik an der Grenze zu China mehr als 500 Menschen verletzt worden. Allein in Bischkek habe es 40 schwere Brände gegeben. Bakijews Gegner hatten Regierungsgebäude und Fahrzeuge mit Brandsätzen angezündet.

Kirgisische Medien berichten von Plünderungen

Kirgisische Medien berichteten von schweren Plünderungen in Geschäften, Unternehmen und Museen. Die von der Opposition ernannte neue Regierungschefin Otunbajewa schrieb in einem Twitter-Eintrag, dass zunächst Bürgerpatrouillen eingerichtet werden sollen.

Die 59-Jährige hatte bereits die Tulpenrevolution vor fünf Jahren angeführt, als Bakijew an die Macht kam. Otunbajewa war im Streit um die Ausrichtung des Landes aber zur Opposition übergetreten. Sie kündigte an, dass die Übergangsregierung zunächst sechs Monate arbeiten wolle, um eine neue Verfassung zu erarbeiten.

Die am Dienstag begonnenen Massenproteste gegen Bakijew in Talas und dann auch in anderen Orten waren blitzschnell in gewaltsame Ausschreitungen zwischen Polizei und Regierungsgegnern umgeschlagen. Die Proteststimmung im Land ist wegen der bitteren Armut nach Einschätzung von Beobachtern extrem hoch.

Russland, das traditionell einen starken Einfluss besonders im Norden des Landes hat, wies eine Schuld an dem Blutbad zurück. Kirgisistan hatte auch die populären russischen Staatsmedien, die kritisch über Bakijew berichten, mit verantwortlich gemacht für die Eskalation. Bakijews Behörden vermuten ausländische Geldgeber hinter den Krawallen. Kremlchef Dmitri Medwedew bezeichnete Kirgisistan nach dem Machtkampf weiter als Partner.

Die USA, die nahe Bischkek eine Militärbasis zur Versorgung ihrer Truppen in Afghanistan nutzen, appellierten an die Seiten, weitere Gewalt zu vermeiden. Auch die EU und die UN sowie Nachbarland China riefen alle Seiten zur Besonnenheit auf.

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«Blutiges Wochenende» in Mexiko – über 80 Tote

Die brauchen kein Erdbeben !!

Eine Welle blutiger Gewalt hat nach Medienberichten am Wochenende in Mexiko mehr als 80 Menschen das Leben gekostet. Wegen der Ermordung von Mitgliedern des konsularischen Dienstes der USA ist auch die Regierung in Washington alarmiert.

«Blutiges Wochenende» in Mexiko - über 80 Tote

In der Grenzstadt Ciudad Juárez wurden aus einem Auto heraus eine amerikanische Mitarbeiterin des US-Konsulats, ihr Ehemann sowie der Ehemann einer mexikanischen Angestellten erschossen. US-Präsident Barack Obama verurteilte die Bluttat scharf. Die mexikanische Regierung versprach eine schnelle Aufklärung der Bluttat. Insgesamt starben in Ciudad Juárez etwa 30 Menschen.

Das Außenministerium in Washington sprach eine Reisewarnung aus und forderte die Beschäftigten von sechs grenznahen US-Konsulaten auf, ihre Angehörigen aus der Region in Sicherheit zu bringen. Ciudad Juárez gilt als eine der gefährlichsten Städte Mexikos. Durch sie führt eine der wichtigen Drogenrouten in die USA. Im vergangenen Jahr kamen dort im Zuge des Drogenkriegs mehr als 2600 Menschen ums Leben.

Mike Hammer, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, sagte: «Der Präsident teilt die Empörung des mexikanischen Volkes über die Ermordung Tausender in Ciudad Juárez und anderswo in Mexiko. Wir werden weiter mit Präsident Felipe Calderón und seiner Regierung zusammenarbeiten, um die Macht der organisierten Drogenschmuggler zu brechen.» Sie würden in Mexiko viel zu oft «Unschuldige ins Visier nehmen und töten». Auch Außenministerin Hillary Clinton verurteilte die Tat als «entsetzliche Angriffe auf Mitglieder unseres eigenen Außenministeriums.»

Brennpunkt der Gewalt am Wochenende war der Bundesstaat Guerrero im Süden Mexikos. Dort wurden am Samstag und Sonntag 43 Personen getötet, 34 davon allein im Badeort Acapulco, darunter sechs Polizisten, wie lokale Medien am Montag berichteten. Unter anderem war es am Sonntagmorgen in einer Straße des Badeortes zwischen rivalisierenden Drogenbanden zu einer Schießerei gekommen, bei der 10 Personen getötet wurden.

Beamte hatten zudem bereits am Samstag fünf von Kugeln durchsiebte Leichen und an einer anderen Stelle weitere drei Leichen gefunden. Auch in anderen Gebieten des Bundesstaates Guerrero, in dem Acapulco liegt, wurden bei Schießereien weitere Menschen getötet, und manche von ihnen enthauptet. Außerdem wurde ein am Freitag entführter Journalist tot entdeckt.

Im südlichen Bundesstaat Chiapas griffen Unbekannte Einrichtungen der Staatsanwaltschaft aus Fahrzeugen mit Handgranaten an. Wie die Zeitung «El Universal» meldete, wurde dabei einer der Angreifer getötet, weil eine Granate noch im Auto explodierte. Im nördlichen Bundesstaat Sinaloa starben acht Menschen, als Bewaffnete eine Geburtstagsfeier im Ort Navolato überfielen. In Mexiko-Stadt lieferte sich ein Krimineller eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Er raste mit voller Wucht in ein Restaurant und tötete dabei einen Gast.

Im Krieg der Drogenkartelle untereinander und des Staates gegen die Banden sind 2009 in ganz Mexiko mehr als 7000 Menschen ums Leben gekommen. Brennpunkte der blutigen Konfrontation sind vor allem die nördlichen Bundesstaaten, die an die USA angrenzen, aber auch die mexikanische Hauptstadt-Region und die sie umgebenden Bundesstaaten.

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Türkische Ministerin hält Schwulsein für krank

Türkische Ministerin hält Schwulsein für krank

Die türkische Familienministerin hat in der islamisch geprägten Regierung einen Streit ausgelöst, weil sie Homosexualität für eine Krankheit hält, die behandelt werden müsse. Andersartige Sexualität ist in der Türkei ein heikles Thema. Die Intoleranz endete schon mehrmals tödlich.

Seit einigen Tagen streiten türkische Minister um das Wesen der gleichgeschlechtlichen Liebe. Die Familienministerin der islamisch geprägten Regierung, Selma Aliye Kavaf, erklärte in einem Interview mit der Zeitung „Hürriyet”, Homosexualität sei eine „Krankheit” und müsse „behandelt” werden.
Der Reporter hatte sie nach ihrer Meinung über Eheschließungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern gefragt, und dies war ihre Begründung für die Antwort, sie habe „keine positive Meinung” über solche Ehen.
Da sie Schwulsein als Krankheit bezeichnet hatte, fühlte sich ihr Kabinettskollege Recep Akdag angesprochen, der Gesundheitsminister. Denn wenn Homosexualität eine Krankheit ist, dann wäre ja wohl sein Ressort gefragt, um sie zu bekämpfen.

Türkische Ministerin hält Schwulsein für krank

Akdag ließ die Kollegin wissen, dass Homosexualität als gesellschaftliches Problem eher in ihren Bereich gehöre: Es sei ein Fall für „Freiheiten” – also Toleranz und Gleichberechtigung.
Nun wartet man in der Türkei gespannt, ob sich Ministerpräsident Erdogan in den Streit einschaltet – er hatte Akdag schon früher gemaßregelt, als der zu Impfungen gegen die Schweinegrippe aufrief. Erdogan sprach sich damals dagegen aus und sagte, die Impfstoffe seien zu riskant.

Islamisierung – das Ringen um die türkische Seele
Dänen entschuldigen sich für Karikatur-Kränkung

Die Türkei ist ein seltsames Land, wenn es um Homosexualität oder überhaupt „andersartige” Sexualität geht. Istanbul ist eine der größten und turbulentesten Schwulenszenen Europas. Transsexuelle Showstars erfreuen sich beachtlicher Beliebtheit quer durch alle Gesellschaftsschichten, beispielsweise die Sängerin Bülent Ersoy. Vor zwei Jahren musste sie vor Gericht, aber „nur” weil sie eine Offensive der Armee gegen die PKK kritisiert hatte.
Andererseits toleriert die Gesellschaft solche Menschen in der eigenen Familie nicht, und auch nicht in der Nachbarschaft. Die Probleme wachsen, seit die religiös geprägte Regierungspartei AKP an der Macht ist, deren Anhänger oft so denken wie Familienministerin Kavaf. Nur dass sie es nicht „Krankheit” nennen, sondern „Schande”. Im Januar kam es zum ersten dokumentierten „Ehrenmord” an einem Homosexuellen – sein Vater reiste 900 Kilometer aus der Provinz an, um seinen 26-jährigen Sohn Ahmet Yildiz zu erschießen.
Besonders brutal trifft die neue Intoleranz Transsexuelle – acht wurden seit 2008 ermordet, sagt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, allein zwei im Februar. Offenbar führt die neue Religiosität in der Türkei zu mehr Gewalt gegen Homo- und Transsexuelle.
Der Staat beschäftigt sich bislang höchstens dann mit der Frage, wenn solche Mordfälle vor Gericht kommen, oder die Justiz mal wieder eine Schwulenorganisation schließen will. Insgesamt fünf solche Organisationen mussten bislang vor Gericht um ihr Existenzrecht kämpfen, weil sie laut Staatsanwaltschaft „gegen die moralischen Prinzipien der Türkei” verstoßen. Es spricht für das Land, dass bislang keiner der Schließungsanträge zum Verbot führte. Nicht alle Verfahren sind abgeschlossen.
Eine gesellschaftliche Debatte über das Thema ist längst überfällig, schon um das Land von seiner schizophrenen Haltung gegenüber Homosexuellen zu befreien. Wer weiß, vielleicht löst der Ministerstreit diese Diskussion jetzt aus.
Freilich täte eine solche Debatte auch vielen Homosexuellen selbst gut. Das Wort ist so verpönt, dass in der Türkei selbst Schwule sich nicht als Homosexuell verstehen, solange sie den „aktiven” Part beim Geschlechtsverkehr übernehmen. Ähnlich sieht man es in der Gesellschaft – so richtig „Schande” bringt nur der passive Homosexuelle über sich und seine Familie.

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Nackte Proteste in Mexiko

11. März – Im mexikanischen Parlament protestieren diese fünf Frauen gegen den Präsidenten Felipe Calderon. Sie verlangen seinen Rücktritt.

Nackte Proteste in Mexiko (Foto: afp)

Um sich der öffentlichen Wahrnehmung sicher zu sein, haben sich diese politischen Aktivistinnen nackt ausgezogen und damit gleich mehrere Kamera-Linsen angezogen.

Nackte Proteste in Mexiko (Foto: afp)

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